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🍖Schnitzel

Das Schnitzel ist eines der ikonischsten deutschen und österreichischen Gerichte. Ein Schnitzel ist eine dünn geklopfte Fleischscheibe, paniert (in Mehl, Ei und Brösel gewendet) und in Fett goldbraun ausgebacken. Das Original ist das Wiener Schnitzel aus Wien — laut Tradition serviert seit 1862, möglicherweise inspiriert vom italienischen Cotoletta alla Milanese. Echtes Wiener Schnitzel ist gesetzlich geschützt: es muss aus Kalbfleisch sein. Wer aus Schweinefleisch macht, muss es 'Schnitzel Wiener Art' nennen — eine echte österreichische Eigenheit. Im täglichen Restaurantbetrieb in Deutschland ist die populärste Variante das Schweineschnitzel — günstiger und ähnlich beliebt. Schnitzel ist das ultimative deutsche Comfort Food, in jedem Wirtshaus, jeder Gaststätte und vielen Kantinen zu finden. Es gibt unendlich viele Varianten: Jägerschnitzel (mit Pilzrahmsauce), Zigeunerschnitzel (mit Paprika-Tomaten-Sauce, heute oft als Paprikaschnitzel umbenannt aus politischer Korrektheit), Rahmschnitzel, Holsteiner Schnitzel (mit Spiegelei, Anchovis, Kapern), Cordon Bleu (gefüllt mit Schinken und Käse). Auf moomz lösen Schnitzel-Polls Regional-Wars aus: Bayern schwören auf Schweineschnitzel, Wiener auf Kalbschnitzel, in Berlin gibt es das spezielle 'Schnitzelhaus Heinz' das seit Jahrzehnten Kult ist. Beilagen sind Diskussions-Stoff: Pommes, Bratkartoffeln, Kartoffelsalat (warm oder kalt?), gemischter Salat, Reis.

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Wiener Schnitzel vs Schnitzel Wiener Art

Die wichtigste Unterscheidung: 'Wiener Schnitzel' ist in Österreich gesetzlich geschützt und MUSS aus Kalbfleisch sein. Es muss dünn geklopft (3-4 mm) sein, in Mehl, geschlagenem Ei und feinen Semmelbröseln paniert und in reichlich Schmalz (oder Butter, das Original) goldbraun ausgebacken werden. Der Trick ist die 'Soufflierung': beim Backen löst sich die Panade leicht vom Fleisch und bildet kleine Wellen — ein Zeichen für ein perfekt zubereitetes Schnitzel. Das echte Wiener Schnitzel wird mit Zitrone serviert (zum Beträufeln), Petersilie und entweder Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat österreichischer Art mit Essig und Öl) oder Petersilkartoffeln. Schnitzel aus Schweinefleisch heißt offiziell 'Schnitzel Wiener Art' — aber in Deutschland wird diese Unterscheidung oft schlampig gemacht und auch Schweineschnitzel als 'Wiener Schnitzel' verkauft. Authentisch ist es nur, wenn Kalb steht. Preis: ein echtes Wiener Schnitzel im Gasthaus in Wien kostet 18-30 Euro, ein Schweineschnitzel 10-18 Euro.

Die Varianten des Schnitzels

Jägerschnitzel: paniertes oder unpaniertes Schnitzel mit Pilzrahmsauce. Klassiker in DDR-Küche war 'Jägerschnitzel mit Tomatensoße' — dort meinte man eine paniert gebratene Jagdwurst, was nicht die westliche Variante ist. Rahmschnitzel: unpaniert, mit Rahmsauce. Paprikaschnitzel: mit Paprika-Tomaten-Sauce, ungarisch inspiriert. Pfeffer-Schnitzel: mit grünen Pfefferkörnern in Rahmsauce. Holsteiner Schnitzel: Wiener Schnitzel gekrönt mit Spiegelei, Anchovis, Kapern und manchmal Roter Bete — benannt nach Reichskanzler Friedrich von Holstein. Cordon Bleu: Wiener Schnitzel oder Schweineschnitzel mit Schinken und Käse gefüllt, paniert und ausgebacken — Schweizer Erfindung der 1940er. Schnitzelvariationen in der Welt: italienische Cotoletta alla Milanese (mit Knochen), japanische Tonkatsu (Schweineschnitzel mit Panko-Bröseln, mit Tonkatsu-Sauce serviert), französisches Escalope. Die größte Schnitzel-Hauptstadt der Welt: Wien, mit unzähligen Schnitzelhäusern, allen voran Figlmüller, dessen Schnitzel angeblich so groß ist, dass es über den Tellerrand hängt.

Die perfekte Schnitzel-Technik

Ein gutes Schnitzel zu machen ist Handwerk. Fleischauswahl: für Wiener Kalbsoberschale oder Kalbsrückeln, für Schwein Schweineoberschale (= Schinken). Fleisch in 1 cm dicke Scheiben schneiden, zwischen Folie mit dem flachen Fleischhammer auf 3-4 mm klopfen — nicht zerschlagen, nur ausdünnen. Salzen und pfeffern. Panierstraße: Mehl, geschlagenes Ei (manche geben einen Schuss Mineralwasser dazu für mehr Fluffigkeit), feine Semmelbrösel. Fleisch nacheinander durchziehen, dabei die Brösel NICHT andrücken. Pfanne: viel Schmalz oder Butter (nicht Sonnenblumenöl — Wiener Schnitzel braucht Schmalz für Authentizität), bei mittlerer Hitze. Schnitzel hineinlegen, Pfanne leicht schwenken — so kann das heiße Fett unter die Panade laufen und die berühmte Soufflierung erzeugen. Nach 2-3 Minuten umdrehen, 2 Minuten von der anderen Seite. Auf Küchenpapier abtropfen. Heiß servieren mit Zitrone. Auf moomz tauchen Schnitzel-Anleitungen oft als Diskussionsstoff auf — die Schmalz-vs-Öl-Frage allein spaltet schon Foren.

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Häufige Fragen

F.Was ist der Unterschied zwischen Wiener Schnitzel und Schweineschnitzel?+

Wiener Schnitzel muss laut österreichischem Recht aus Kalbfleisch sein. Schweineschnitzel — auch wenn Wien-Art zubereitet — heißt offiziell 'Schnitzel Wiener Art' und muss als solches gekennzeichnet werden. Geschmacklich: Kalb ist zarter, milder, edler, teurer. Schwein ist herzhafter, robuster, deutlich günstiger. Optisch sind beide ähnlich nach dem Panieren. In Deutschland ist Schwein die häufigere Variante in Wirtshäusern, in Wien ist Kalb Pflicht für ein 'echtes' Wiener Schnitzel. Preisunterschied: Kalbsschnitzel kostet im Restaurant 18-30 Euro, Schweineschnitzel 10-18 Euro.

F.Was sind die besten Beilagen zu Schnitzel?+

Klassisch österreichisch: Petersilkartoffeln oder warmer Erdäpfelsalat (mit Essig, Öl, Zwiebeln). In Deutschland: Pommes frites (am häufigsten), Bratkartoffeln, Kartoffelsalat (kalt mit Mayo nordeutsch, warm mit Essig süddeutsch), gemischter Salat. Zum Wiener Schnitzel gehört immer Zitrone — der Saft hebt das Fett und gibt Frische. Preiselbeeren werden in Österreich oft dazu serviert. Petersilie als Garnitur. In manchen bayerischen Wirtshäusern gibt es Schnitzel mit Spätzle. In München gibt's das berühmte Schweinsschnitzel mit Kartoffelsalat als 'das' bayerische Wirtshaus-Essen.

F.Wie groß sollte ein gutes Schnitzel sein?+

In Wien gilt: je größer, desto besser. Das berühmte Schnitzel bei Figlmüller in Wien ist 30 cm im Durchmesser und hängt über den Tellerrand — Touristenattraktion. Klassisch ist ein Schnitzel etwa 20-25 cm im Durchmesser, weil das Fleisch beim Klopfen sehr breit wird. Gewicht roh: 150-180 g pro Portion. Manche Wirtshäuser in Deutschland und Österreich bieten 'Riesenschnitzel' an — bis zu 500 g pro Portion. Die Dicke nach dem Klopfen sollte 3-4 mm sein — nicht dünner (Fleisch wird trocken), nicht dicker (innen zäh). Ein perfekt gemachtes Schnitzel hat eine knusprige, leicht soufflierende Panade und zartes, saftiges Fleisch.

F.Kann man Schnitzel im Ofen statt in der Pfanne machen?+

Im Ofen funktioniert es, aber das Resultat ist nie so gut wie in der Pfanne. Im Ofen kann man maximal 200-220 °C bei Heißluft, aber ohne das Fettbad bleibt die Panade trockener und matter — keine knusprige Soufflierung. Methode: paniertes Schnitzel auf gefettetes Backpapier oder Backrost legen, mit Öl besprühen, 15-20 Minuten bei 200 °C backen, einmal wenden. Akzeptabel für Diät-Versionen oder wenn man mehrere Schnitzel auf einmal braucht. Aber das authentische Wiener Schnitzel braucht reichlich Schmalz in der Pfanne, daran führt kein Weg vorbei. Air Fryer ist ein guter Kompromiss: weniger Fett, aber ähnliche Knusprigkeit wie Pfanne.

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